Jurafuchs

§ 16

NJAG
Versäumnis und Unterbrechung
Verfahren in den Staatsprüfungen, Zeugnis über die erste Prüfung
Stand 2026-04-28
(1)
Der Prüfling kann die Staatsprüfung nach dem Zugang der Ladung zu den Aufsichtsarbeiten nur aus wichtigem Grund unterbrechen. Ein wichtiger Grund liegt nur vor, wenn der Prüfling nicht prüfungsfähig oder ihm das Erbringen der Prüfungsleistung nicht zumutbar ist. Der Grund ist dem Landesjustizprüfungsamt unverzüglich anzuzeigen und unverzüglich glaubhaft zu machen. Prüfungsunfähigkeit ist unverzüglich durch ein amtsärztliches Attest nachzuweisen.
(2)
Wird die Pflichtfachprüfung aus wichtigem Grund unterbrochen, so wird sie
1.
im nächsten Prüfungsdurchgang mit der Neuanfertigung aller Aufsichtsarbeiten fortgesetzt, wenn noch nicht alle Aufsichtsarbeiten angefertigt worden sind,
2.
im nächsten Prüfungsdurchgang mit der Neuanfertigung aller Aufsichtsarbeiten des zweiten Prüfungsdurchgangs fortgesetzt, wenn bei einer frühzeitigen Zulassung alle Aufsichtsarbeiten des ersten Prüfungsdurchgangs angefertigt worden sind, oder
3.
mit der mündlichen Prüfung fortgesetzt, wenn bereits alle Aufsichtsarbeiten angefertigt worden sind.

Abweichend von Satz 1 sind Aufsichtsarbeiten, die nach Absatz 4 Satz 1 oder nach § 15 Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 4 Satz 2 mit "ungenügend" bewertet worden sind, nicht mehr anzufertigen.

(3)
Die aus wichtigem Grund unterbrochene zweite Staatsprüfung wird fortgesetzt
1.
im nächsten Prüfungsdurchgang mit den noch nicht angefertigten Aufsichtsarbeiten und
2.
mit der mündlichen Prüfung, wenn alle Aufsichtsarbeiten angefertigt worden sind.

Absatz 2 Satz 2 gilt entsprechend.

(4)
Eine Aufsichtsarbeit, die ohne wichtigen Grund nicht oder nicht rechtzeitig abgeliefert wird, gilt als mit "ungenügend" bewertet. Verweigert sich der Prüfling der mündlichen Prüfung, ohne dass ein wichtiger Grund vorliegt, so ist die gesamte Staatsprüfung nicht bestanden.

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