Jurafuchs

§ 477

BGB
Beweislastumkehr
Verbrauchsgüterkauf
Stand 2026-05-04
(1)
Zeigt sich innerhalb eines Jahres seit Gefahrübergang ein von den Anforderungen nach § 434 oder § 475b abweichender Zustand der Ware, so wird vermutet, dass die Ware bereits bei Gefahrübergang mangelhaft war, es sei denn, diese Vermutung ist mit der Art der Ware oder des mangelhaften Zustands unvereinbar. Beim Kauf eines lebenden Tieres gilt diese Vermutung für einen Zeitraum von sechs Monaten seit Gefahrübergang.
(2)
Ist bei Waren mit digitalen Elementen die dauerhafte Bereitstellung der digitalen Elemente im Kaufvertrag vereinbart und zeigt sich ein von den vertraglichen Anforderungen nach § 434 oder § 475b abweichender Zustand der digitalen Elemente während der Dauer der Bereitstellung oder innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren seit Gefahrübergang, so wird vermutet, dass die digitalen Elemente während der bisherigen Dauer der Bereitstellung mangelhaft waren.
Prüfungsschema: Beweislastumkehr beim Verbrauchsgüterkauf (§ 477 Abs. 1 BGB)
  1. Verbrauchsgüterkauf (§ 474 Abs. 1 S. 1 BGB)
  2. Mangelerscheinung innerhalb von einem Jahr (bei Tieren 6 Monate) nach Gefahrübergang
  3. Mangelerscheinung wäre bei Gefahrübergang Sachmangel gewesen
  4. Kein Ausschluss nach § 477 Abs. 1 S. 1 Hs. 2 BGB
  5. Rechtsfolge: Widerlegbare Vermutung, dass (1) ein Mangel (2) schon bei Gefahrübergang vorlag
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